Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
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Wirtschaftsstruktur

Wie die Möglichkeiten für Frauen und Männer auf dem regionalen Arbeitsmarkt sind, hängt natürlich auch von der regionalen Wirtschaftsstruktur ab. Denn nach wie vor ist die Berufswahl von Frauen und Männern sehr spezifisch auf ausgewählte Berufe konzentriert. Für Frauen ist die Berufswahl häufig an die zukünftige Familienplanung geknüpft. Und insbesondere die Frage der Vereinbarkeitsproblematik für Frauen wird oft noch auf die Schaffung oder das Vorhandensein von Teilzeitarbeitsplätzen reduziert.

 Letztere Sichtweise greift jedoch viel zu kurz:

 

Indikatoren des Bereichs Wirtschaftsstruktur als Liste zum Download (PDF)

 

Regionale Wirtschaftsstruktur

Aus dem großen Komplex der Wirtschaftsstruktur können hier nur überblicksartige Informationen angeboten werden. Eine Vertiefung ist unter anderem unter www.raumbeobachtung.de möglich. An dieser Stelle werden einerseits die drei großen Wirtschaftssektoren nach regionaler Verteilung und der jeweilige Anteil von Frauen in diesen Bereichen dargestellt. Darüber hinaus wird der sehr große und bedeutende Dienstleistungsbereich in drei Bereiche unterteilt.

Die Karten in der linken Hälfte der Abbildung zeigen jeweils den regionalen Anteil an Arbeitsplätzen des Sektors, die Karten der rechten Hälfte den Anteil der Frauen innerhalb des jeweiligen Sektors. Für die geschlechtsdifferenzierte Betrachtung auf Ebene der Stadt- und Landkreise steht nur die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zur Verfügung.

Karte zur Wirtschaftsstruktur (6 Teilkarten)

Der primäre Sektor wird mit den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nur unzureichend abgebildet, weil der überwiegende Teil der Land- und Forstwirte selbständig sind und auch ihre Lebenspartner als mithelfende Familienangehörige in dieser Statistik nicht erfasst sind.

Die Bundesrepublik ist ein tertiärisiertes Land mit regional hohen Anteilen im sekundären Sektor. Hier ist vom sekundären Sektor nur die Waren produzierende Industrie abgebildet, weil in der Schwerindustrie und im Baugewerbe Frauen eine noch geringere Rolle spielen. Aber auch in diesem Wirtschaftssegment sind Frauen unterrepräsentiert. Eine bedeutende Rolle in der Arbeitnehmerschaft spielen Frauen dagegen im Tertiären Sektor.

Karte zum Dienstleistungssektor

Die Differenzierung des tertiären Sektors in drei große, der internationalen Nomenklatur folgenden Bereiche zeigt, dass Frauen hauptsächlich im öffentlichen Sektor und in den privaten Dienstleistungen dominant sind. In den Bereichen der überwiegend unternehmensorientierten Dienstleistungen, Handel, Verkehr und Gaststättengewerbe sind Frauen und Männer ungefähr gleichermaßen vertreten. Damit stellt der öffentliche Dienst das stärkste Betätigungsfeld für Frauen.

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 Teilzeitarbeit

Auch die hier dargestellten Teilzeitarbeitsplätze schließen nur die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ein. Minijobs sind also nicht in dieser Statistik inbegriffen, dagegen jedoch die Midijobs (monatliches Einkommen 400 bis 800 Euro). Die Minijobs als sehr spezifische Form des Arbeitsplatzes sind Bestandteil des Gender-Index (Was ist der Gender-Index - Indikatorenauswahl).

Karte: Teilzeitarbeitsplätze

Das Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen ist regional sehr unterschiedlich. Es ist in den meisten Kernstädten höher als in anderen Kreistypen, in Norddeutschland weiter verbreitet als in Süddeutschland und in Westdeutschland gängiger als in Ostdeutschland.

Teilzeitarbeit wird jedoch überwiegend von Frauen ausgeübt. In keiner Region unterschreitet der Anteil der Frauen in Teilzeit 70%, als mehr als zwei Drittel. In Westdeutschland liegt der Frauenanteil höher als in Ostdeutschland; in den alten Ländern ist ein hoher weiblicher Beschäftigtenanteil meist mit hohen Teilzeitquoten verknüpft.

Da sich Teilzeitbeschäftigung auf den tertiären Sektor konzentriert, finden sich in Kreisen mit einem hohen Anteil an Fertigungsberufen in der Regel niedrige Teilzeitquoten. Aber auch hier sind zu mehr als 80% Frauen, die die Arbeitsplätze in Teilzeit inne haben.

Innerhalb der westdeutschen Agglomerationsräume liegen die Teilzeitquoten in den Kernstädten oft niedrig (wegen des hohen Anteils Hochqualifizierter, die weniger zu Teilzeitarbeit neigen), dagegen in den Umlandkreisen höher (wegen des höheren Anteils von Familien und der damit gegebenen Vereinbarkeitsfrage von Beruf und Familie). Außerhalb der Agglomerationsräume haben die Städte meist wegen der stärkeren Konzentration von Dienstleistungsfunktionen höhere Teilzeitquoten. In den neuen Ländern ist dieses Verteilungsmuster nur gering ausgeprägt.

Karte: Frauen in Teilzeit

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