Indikatoren des Gender-Index in Einzeldarstellung
(Aus)Bildung
Schulabgang ohne Hauptschulabschluss
Die Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss stellen - ganz grob betrachtet - einen Indikator für Schulabbruch und Schulverweigerung dar. Schulabbruch hat vielfältige Gründe: Elternhaus, soziales Umfeld und hier insbesondere Peer-Groups, schlechte Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt, Persönlichkeitsmerkmale u.s.w. Die Abbruchquoten sind unter den Schülern weitaus höher als unter den Schülerinnen. Dazu kommen regionale Unterschiede: Junge Männer brechen die Schule in höherem Maße ab, wenn sie auf dem Land wohnen als in der Stadt, wenn sie in Ostdeutschland leben als in Westdeutschland. >>Karte
Schulabgang mit allgemeiner Hochschulreife
Schulabgänger mit Hochschulreife besitzen die besten Startchancen für ihren weiteren beruflichen Weg. Etwa ein Drittel junger Frauen eines Jahrgangs schließen die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife ab, etwa nur ein Viertel sind es bei den jungen Männern. Regional kann dieser Geschlechterunterschied noch weit deutlicher ausfallen. Dabei ist ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zu erkennen. In Kernstädten und städtischem Umland ist das Potenzial an Hochschulkandidaten höher als auf dem Land. Sehr eng sind die Zusammenhänge zwischen Bildungsbeteiligung und örtlichem bzw. regionalen Angebot an Einrichtungen. Die in vielen süddeutschen Umlandkreisen relative Geschlechtergleichheit rührt daher , dass von der Nähe der Einrichtungen in stärkerem Maße Jungen profitieren, die ansonsten im Bezug auf die Schulbildung hinter den Mädchen zurückliegen. >>Karte
Berufliche und schulische Erstausbildung
Die Chancen der betrieblichen Ausbildung und einer adequaten Ausbildung an einer Berufsfachschule stehen für junge Frauen besser als für junge Männer. Insbesondere Berufe des Gesundheitswesens, im Pflege- oder im Erziehungsbereich, die überwiegend von Frauen gewählt werden, werden in Gänze an Schulen ausgebildet, teilweise mit einem Praxisteil; Berufe des Handwerks und technische Berufe, die in größerer Zahl von jungen Männern gewählt werden, werden dagegen im klassischen dualen System ausgebildet . Die Differenzenkarte zeigt deutlich, dass es starke Länderunterschiede gibt. Desweiteren ist der Ausbildungsstellenmarkt überregional organisiert, weshalb in einzelnen Landkreisen die Versorgung der jungen Bevölkerung über 100% eines Jahrgangs liegen kann. >>Karte
Erwerbsbeteiligung
Die Erwerbsquote beziffert den Anteil an Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre), die sich aktiv auf dem Arbeitsmarkt verhalten - aktiv im Sinne von erwerbstätig oder arbeitssuchend. Die geschlechterdifferenzierte Darstellung auf Ebene der Stadt- und Landkreise ist nur mit den abhängigen Erwerbspersonen durchführbar, also ohne die Selbständigen. Frauen nehmen in immer stärkerem Maße am Erwerbsleben teil, weshalb der in allen Indikatoren standardisierte karthographische Geschlechtervergleich für die meisten Regionen eine ungefähre Geschlechtergleichheit anzeigt, wobei hier das Arbeitsvolumen unberücksichtigt bleibt . Der Indikator umschließt alle Altersgruppen, deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind in nach Altersgruppen differenzierte Erwerbsquoten zu finden, die auf der Ebene der Stadt- und Landkreise jedoch nicht erhoben werden. >>Karte
Arbeitsplätze
Erwerbstätige
Im Gegensatz zur Erwerbsquote wird hier die tatsächliche Erwerbstätigkeit abgebildet, also die regionale Ausstattung mit Arbeitsplätzen für Frauen und Männer. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland: im Westen sind Männer deutlich stärker erwerbstätig als Frauen, im Osten verhalten sich die Geschlechter in etwa gleich. Der deutliche Geschlechterunterschied in Westdeutschland ist darauf zurückzuführen, dass hier die Arbeitsplatzsituation für Männer, sowohl gegenüber den Frauen als auch gegenüber den Kollegen in
Ostdeutschland, ungleich günstiger ist. Die Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder unterscheidet bei ihren regionalisierten
Ergebnissen nicht zwischen Frauen und Männern. Die Differenziereung wird durch Hinzuziehen weiterer Statistiken wie den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der Personalstandsstatistik des öffentlichen Dienstes annäherungsweise errechnet. Die Erwerbstätigen werden am Arbeitsort erhoben, daher können die Indikatorwerte in großen Arbeitsmarktzentren 100% überschreiten. >>Karte
Gering qualifizierte Beschäftigte
Beschäftigte ohne ausreichende Qualifikation werden auf zunehmende Schwierigkeiten treffen, einen Arbeitsplatz zu finden. Bildung ist eine Schlüsselqualifikation in einem hoch-technisierten Industriestaat wie die Bundesrepublik Deutschland. In welchen Regionen (noch) Arbeitsplätze für gering qualifizierte Arbeitskräfte angeboten werden, hängt natürlich stark von der Branchenstruktur ab. Ebenso hängt von der Branchenstruktur ab, ob eher weibliche oder männliche gering qualifizierte Beschäftigte (noch) benötigt werden. Im Großen und Ganzen nehmen eher Männer Arbeitsplätze ein, auf denen nur ein geringes Qualifikationsniveau erforderlich ist. In den südlichen Bundesländern ist das Angebot an gering qualifizierten Arbeitsplätzen höher und gleichzeitig der Unterschied zwischen Frauen und Männern geringer. Kernstädte bieten ebenfalls bessere Chancen für gering qualifizierte Beschäftigte. Ob dann gleichzeitig die Geschlechterunterschiede geringer sind, hängt vom großräumigen Kontext ab: in Nordrhein-Westfalen stellt sich die Situation z.B. vollkommen anders dar als in Baden-Württemberg oder Bayern. >>Karte
Hoch qualifizierte Beschäftigte
In einem hoch-technisierten Industriestaat wie der Bundesrepublik Deutschland ist die berufliche eine Schlüsselqualifikation. Die Arbeitsplätze für hochqualifizierte Arbeitnehmer und Abeitnehmerinnen konzentrieren sich in den Kernstädten und Agglomerationen, den Standorten
der Unternehmen und Einrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie unternehmensorientierten Dienstleistungen. Frauen und Männer partizpieren jedoch in unterschiedlichem Maße vom regionalen Arbeitsangebot hochwertiger Jobs. Obwohl die Bildungsabschlüsse der Frauen die der Männer häufig übersteigen, sind sie nicht adequat auf dem entsprechenden Arbeitsmarkt vertreten, zumindest durchweg in Westdeutschland unterrepräsentiert. In Ostdeutschland dagegen besitzen generell mehr Beschäftigte eine hohe berufliche Qualifikation, was vor allem noch Nachwirkungen des Bildungssystems der DDR sind. Insbesondere weibliche Beschäftigte sind in Ostdeutschland wesentlich höher qualifiziert als ihre Kolleginnen in Westdeutschland und auch höher als ihre männlichen Kollegen in Ost. Was diese Statistik jedoch nicht berücksichtigt ist, ob Personen mit formaler hoher Qualifikation einen ebenso hochwertigen Arbeitsplatz einnehmen. Gerade in Ostdeutschland darf vermutet werden, dass hier die Personen trotz ihrer qualitativ hochwertigen Ausbildung aus Gründen der fehlenden Arbeitsplätze einen niedrigeren Job einnehmen. >>Karte
Minijobs
Minijobs stellen eine besondere Form der Teilzeitarbeit dar, weil sie nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Bis zu einer Einkommensgrenze von monatlich 400 Euro gilt ein Beschäftigungsverhältnis als gerigfügig entlohnt bzw. als Minijob. Mit Minijobs besitzen Unternehmen die Möglichkeit, Arbeitsspitzen abzufangen und eine höhere zeitliche Flexibilität der Arbeitsorganisation. Geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse werden deutlich häufiger von Frauen eingegangen und zwar als ausschließlich im Minijob. Gerade für Frauen mit Betreuungsanforderungen in der Familie können über Minijobs zeitlich begrenzt erwerbstätig sein. Häufig gelten ihre Einkommen im Haushalt nur als Zuverdienst zum Haupteinkommen des Mannes. Was kurzfristig eine persönliche Lösung sein mag, hat jedoch Auswirkungen auf das weitere berufliche Fortkommen: Minijobs sind in der Regel weniger anspruchsvoll, bieten keine Aufstiegsmöglichkeiten, es bestehen keine Ansprüche auf Lohnersatzleistungen und der Erwerb von Rentenanwartschaften ist entsprechend gering. Minijobs sind (noch) eine Alternative für Frauen in Westdeutschland überhaupt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bewältigen; ostdeutsche Frauen - so zeigen es Umfragen - sind wenn am liebsten in Vollzeit berufstätig. >>Karte
Arbeitslosigkeit
Arbeitslosenquote
Wo Arbeitslosigkeit ein Problem ist, trifft es sowohl Frauen als auch Männer in ähnlich starkem Maße. Und umgekehrt, wo Arbeitsplätze zahlreicher zur Verfügung stehen, finden sowohl Frauen als auch Männer leichter einen Job. Zunächst scheint hier nahezu Geschlechtergleichheit zu herrschen. Erst der relative Vergleich legt die regionalen Unterschiede zwischen Frauen und Männern offen. Unberücksichtigt bleibt bei diesem Indikator, dass insbesondere in Westdeutschland Frauen sich stärker vom Arbeitsmarkt zurückziehen, wenn sie einerseits in familiären
Verpflichtungen eingebunden sind oder wenn der Arbeitsmarkt ungünstig ist. >>Karte
Jüngere Arbeitslose
Die Arbeitslosigkeit unter Jüngeren ist auch in den Regionen besonders hoch, in denen Arbeitslosigkeit generell ein Problem ist. Und auch hier scheinen die Differenzen zwischen jungen Frauen und jungen Männern auf den ersten Blick als sehr gering. Erst die Karte der Geschlechterunterschiede zeigt, dass Arbeitslosigkeit bereits am Anfang des Berufslebens stärker ein Problem junger Männer ist und zwar unabhängig vom regionalen Niveau der Jugendarbeitslosigkeit. In wenigen vereinzelten Regionen sind junge Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als gleichaltrige Männer. Es bleibt zu untersuchen, ob die Arbeitslosigkeit der Jüngeren bereits mit dem Ausbildungsniveau zusammenhängt, welches ja auch unter den jungen Männern im Durchschnitt schlechter ist als bei den jungen Frauen. >>Karte
Ältere Arbeitslose
Auch bezüglich der Arbeitslosigkeit unter Älteren scheinen Frauen und Männer auf den ersten Blick in gleicher Weise von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Wiederum zeigt erst die Differenzenkarte die regionalen Unterschiede bzüglich der ungleichen Chancen von älteren Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt. Im Westen war diese Generation an Frauen (55+) selten auf dem Arbeitsmarkt aktiv, sondern zog sich spätestens bei nach der Geburt der Kinder aus dem Erwerbsleben zurück. In manchen Regionen beschränkten sich die Frauen dieser Generation nach der Phase der Kindererziehung grundsätzlich auf die Familienarbeit, in anderen Regionen werden die Frauen dann wieder auf dem Arbeitsmarkt aktiv. >>Karte
Langzeitarbeitslose
Langzeitarbeitslosigkeit bildet die verfestigte, strukturelle Arbeitslosigkeit ab. Aus Langzeitarbeitslosigkeit ist es für die Betroffenen deutlich schwieriger, auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, nagt stärker am Selbstbewustsein und zieht stärkere Einschnitte finanzieller Hinsicht nach sich. Langzeitarbeitslosigkeit trifft vor allem Frauen; arbeitslose Frauen sind zu einem höheren Anteil ein Jahr und länger arbeitslos als Männer. Der relative Vergleich bringt dies noch deutlicher hervor. Es sind überwiegend Umlandkreise und ländliche Räume mit einer überpropoertional weiblichen Langzeitarbeitslosigkeit. Dabei ist der Geschlechterunterschied nicht an das Niveau der Langzeitarbeitslosigkeit gebunden. >>Karte
Einkommen
Arbeitseinkommen
23 Prozent weniger verdienen Frauen durchschnittlich. Diese Zahl geht durch die Medien. Beim Bruttoverdienst 2008 gemäß der Daten des SOEP beträgt die Differenz durchschnittlich 4 Euro die Stunde, entsprechend ungefähr 13 Prozent, welcher regional jedoch erheblich höher sein kann.
In diesem Lohnunterschied manifestieren sich sowohl strukturelle Unterschiede wie Branchen mit unterschiedlichen Verdienststrukturen, unterschiedlicher Repräsentanz in den verschiedenen Hierarchiestufen als auch tatsächliche Lohndiskriminierung durch ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Die Ergebnisse des SOEP bilden nicht unbedingt die echten Durchschnittslöhne wieder, da es sich um Umfragewerte handelt. Da zur Zeit keine anderen kleinräumigen Daten in Geschlechterdifferenzierung vorliegen, wird wegen der Bedeutung dieses Indikators dennoch diese Quelle genutzt. >>Karte
Arbeitslosengeld
Verliert eine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Person ihren Arbeitsplatz, so tritt das Arbeitslosengeld als Ersatzleistung in Kraft. Das Arbeitslosengeld wird an den vorangegangenen Nettoeinkünften bemessen. Natürlich hängen die Unterschiede zwischen den Leistungsansprüchen von Frauen und Männern mit den Unterschieden der Arbeitseinkommen zusammen. So zeigt sich auch hier der deutliche Ost-West-Unterschied einerseits der Leistungsansprüche vor allem der Männer und zum anderen der Geschlechterdifferenzen. Anders als bei den Bruttoeinkommen je Stunde erhalten die Frauen in allen Regionen geringere ALG-Leistungsbezüge, was vor allem auf das Ehegattensplitting zurückgeführt werden kann, in dem Frauen noch häufig die steuerlich hoch belastete Steuerklasse V wählen. Überwiegend geringere Verdienste plus überduchschnittliche Besteuerung führen bei Frauen zu deutlich ungünstigeren Lohnersatzzahlungen als bei Männern. >>Karte
Rente
In die Rentenleistungen fließen alle Parameter einer (Berufs)Biographie ein. Die Rentenleistungen entsprechen quasi den Früchten des Lebens. Neben eigenerworbenen Ansprüchen durch Erwerbsarbeit und Familienleistungen spielen hier auch übertragene Ansprüche wie Witwen- und Waisenrenten eine Rolle. Die gesamte Rentenzahlung beziffert damit das monatliche Gesamtetat eines Rentners, einer Rentnerin. Frauen ab 65 erhalten deutlich geringere durchschnittliche Rentenzahlungen als Männer. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Westdeutschland viel ausgeprägter als in Ostdeutschland. Frauen in Westdeutschland haben ihre berufliche Karriere häufiger und in längeren Perioden wegen Familienarbeit unterbrochen. Der Wiedereinstieg erfolgt in der Regel in niedrigere Hierarchiestufen. Frauen können die
Karrierestufen der gleichaltrigen Männer nicht wieder aufholen. Die Anrechnung von Erziehungszeiten kann diese Karriereeinbußen ebenfalls nicht ausgleichen. In den Rentenleistungen zeigen sich die monetären Folgen der unterschiedlichen Biographieverläufe von Frauen und Männern.
In Ostdeutschland sind die Rentenansprüche der Frauen zwar ebenfalls geringer als die der Männer aber weniger gewaltig. Frauen in Ostdeutschland haben geringere Unterbrechungen in ihrer Erwerbsbiographie. >>Karte
Arbeitsmarkt
Förderung v. Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt
Eingliederungsmaßnahmen und -hilfen sind, so zeigt eine aktuelle Studie des IAB, eine nachhaltige Unterstützung für den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Obwohl Frauen insgesamt ähnlich hoch von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Männer und bezüglich Langzeitarbeitslosigkeit sogar oft in stärkerem Maße, erhalten sie seltener eine Förderung im Rahmen der Eingliederungsmaßnahmen. Besonders deutlich sind die Unterschiede in Westdeutschland. In Bayern z.B. wo die Unterschiede zwischen Frauen und Männern bezüglich der Langzeitarbeitslosigkeit so eklatant sind, werden Frauen nicht dem Bedarf entsprechend gefördert. Wiederum sind die Unterschiede von Frauen und Männern in Ostdeutschland geringer. Aber auch hier erhalten die Frauen eine geringere Förderung als dem Bedarf entspricht. >>Karte
Förderung von Existenzgründungen auf dem Arbeitsmarkt
In die eigene Selbständigkeit ist ein anderer Weg aus der Arbeitslosigkeit, der mit Mitteln der BA gefördert werden kann. Insofern beschränkt sich dieser Indikator nur auf die von der BA geförderten Existenzgründungen von Arbeitslosen. Knapp ein Drittel aller Unternehmensgründungen erfolgt durch Frauen. Die Förderung von Arbeitslosen in die selbständige Arbeit durch die BA ist bei Frauen etwa halb so hoch wie bei Männern. Die Förderung von Arbeitslosen in die Selbständigkeit wird regional in sehr unterschiedlichem Ausmaß angewendet. Es zeichnet sich eine Tendenz dahingehend ab, dass Frauen in den Regionen absolut unterrepräsentiert sind, in denen das Förderinstrument weniger angewendet wird, und nur
in den Regionen eine gleiche oder manchmal überproportionale Chance auf Förderung erhalten, in denen dieses Förderinstrument eine bedeutendere Rolle besitzt. >>Karte
Partizipation
Ratsmitgliedschaft*
Die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern in politischen Ämtern ist ein demokratisches Gut, an dem Frauen und Männer in Deutschland jedoch noch in höchst unterschiedlichem Maße teilhaben. Frauen werden weit seltener durch weibliche Ratsmitglieder und Stadt-
verordnete vertreten als Männer. Die zur Verfügung stehende Statistik bezieht nur die Räte in Städten und Gemeinden ab 20.000 Einwohner ein. Eine regionale Schiefverteilung bezüglich der Repräsentanz der Bürgerinnen und Bürger kommt schon durch die unterschiedliche Siedlungsstruktur zwischen den Bundesländern zu Stande. Allerdings wirkt sich dieser “Fehler” auf beide Geschlechter gleichermaßen aus, so dass die Unterschiedsmessung von Frauen zu Männern valide erscheint. >>Karte
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister*
Eine weitere Zuspitzung erfährt der Bereich der politischen Partizipation im Indikator, wie Häufig die Regierungsverantwortung in Kommunen von Frauen oder von Männern getragen wird. Die zur Verfügung stehende Statistik bezieht nur die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden ab 20.000 Einwohnern ein und zählt in größeren Städten nur das Oberbürgermeisteramt, welches naturgemäß nur entweder von einer Frau oder einem Mann getragen werden kann. Allerdings werden nur 15 der 116 kreisfreien Städte von einer Frau regiert und auch in 75% der Landkreise gibt es keine Gemeinden über 20.000 Einwohner mit einer Bürgermeisterin. “Übrig bleiben” nur sehr wenige Landkreise mit annähernd gleicher Bürgervertretung durch Frauen und Männer. Trotz der Schwächen dieses Indikators wird das gesamtergebnis des Gender-Index nicht maßgeblich von den Partizipationsindikatoren beeinflusst . >>Karte
* In Stadt- und Landkreisen mit stark unterdurchschnittlicher Zahl an Gemeinden über 20.000 Einwohnern wurde aus Gründen der Validität der Durchschnittswert der Raumordnungsregion eingesetzt. Es handelt sich um die Kreise Alzey-Worms, Bad Doberan, Bamberg, Bayreuth, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Donnersbergkreis, Halberstadt, Kaiserslautern, Kulmbach, Kusel, Kyffhäuserkreis, Lüchow-Dannenberg, Neustadt a.d.Waldnaab, Parchim, Quedlinburg, Saale-Holzland-Kreis, Saalkreis, Straubing-Bogen, Südwestpfalz, Tirschenreuth, Vulkaneifel,
Weimarer Land und Westerwaldkreis.