Rankingliste
Im Folgenden wird Ihnen das aus dem Gender-Index entstandene Ranking zum Download angeboten. Ranking bedeutet hier, alle 439 Kreise mit Stand 2006 aufsteigend nach ihrem Gender-Index sortiert zu platzieren und mit einer Rangnummer zu versehen. Rangplatz 1 nimmt der Stadt- oder Landkreis mit dem niedrigsten Gender-Index-Wert gleichbedeutend mit den geringsten durchschnittlichen Geschlechterunterschieden ein, Rangplatz 439 entsprechend mit dem höchsten Index-Wert, also den höchsten durchschnittlichen Geschlechterunterschieden.
Als Hilfe zur Interpretation der Rankingliste und des Gender-Index an sich stellen wir Ihnen neben der allgemeinen Rangliste weitere Informationen zur Verfügung:
- Sortierung der Kreise nach dem Rangplatz >> Rangliste in klassischer Sortierung
- alphabetische Sortierung der Kreise >> Rangliste in alphabetischer Sortierung
- Gruppierung der Kreise innerhalb der Bundesländer >> Rangliste nach Bundesländern
- Gruppierung der Kreise nach Strukturschwäche, manifestiert an der Arbeitslosenquote >> Rangliste nach Kreisgruppen geringer, mittlerer und hoher Arbeitslosigkeit
- Gruppierung der Kreise nach siedlungsstrukturellen Vergleichskategorien >> Rangliste nach Agglomerations-, verstädterten und ländlichen Räumen
- Gruppierung der kreisfreien Städte nach der Einwohnerzahl >> Rangliste der kreisfreien Städte
Indizes, vor allem wenn sie ein sogenanntes regionales Benchmarking erlauben, erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. Aber Achtung, diese einfache Rangreihung birgt erhebliche Risiken zur Fehlinterpretation. Für den Gender-Index gilt unbedingt zu beachten:
- Der Gender-Index beruht auf der Analyse regionaler Geschlechterunterschiede in den Bereichen Ausbildung, Erwerbsleben und Partizipation.
- Der Index misst Unterschiede in der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern. Geringe Geschlechterunterschiede bzw. Indexwerte können sowohl gleich gute als auch gleich schlechte Chancen von Frauen und Männern bedeuten.
- Der Gender-Index fügt damit zu der normalen Betrachtung von Struktur-, Wirtschafts- oder Arbeitsmarktpolitik die geschlechterperspektive ein.
- Der Gender-Index zeigt geschlechterorientierten Handlungsbedarf auf und schärft den Blick, an welchen Stellen die Geschlechterfrage stärker zu berücksichtigen ist.
Es gibt im Ranking des Gender-Index deshalb keine Sieger und Verlierer. Allen Kreisen ist gemein, dass bis zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit noch Handlungsbedarf besteht. Trotzdem zeigen sich Regionen mit im Durchschnitt geringeren, mit mittleren und mit höheren Geschlechterunterschieden.
Lesebeispiel der Rankingliste:
Auf Platz 1 der Rangliste zum Gender-Index 2006 steht der Kreis Bitterfeld (Sachsen-Anhalt), auf Platz 2 der Kreis Starnberg (Bayern). Beiden Kreisen ist gemeinsam, dass sie durch die durchschnittlich geringsten Geschlechterunterschiede gekennzeichnet sind. Aber Bitterfeld ist eher durch Strukturschwäche gekennzeichnet, wohingegen Starnberg als prosperierende Region gilt. Betrachtet man z.B. die Arbeitslosenquote als einen der 19 indexbildenden Indikatoren, ist beiden Kreisen wiederum gemeinsam, dass die Geschlechterunterschiede sehr gering sind (Differenz Bitterfeld 1.5 Prozentpunkte, Differenz Starnberg 0.4 Prozentpunkte). Was hier aber nicht in die Betrachtung eingeht, ist das Niveau der Indikatoren. Die Arbeitslosenquote ist in Bitterfeld 2006 rund viermal so hoch wie in Starnberg.
Dass der Gender-Index insgesamt für diese beiden Kreise gering ist, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass auch hier Geschlechterunterschiede gemessen wurden und diese bei einzelnen Indikatoren sehr deutlich ausgeprägt sind. Sehr deutliche Geschlechterunterschiede wurden beispielsweise im Kreis Bitterfeld bei den Schulabgängern ohne Schulabschluss und im Kreis Starnberg bei den hochqualifizierten Beschäftigten gemessen.
Das Ranking über den Gender-Index fördert daher eine vielleicht zunächst überraschende Sortierung zu Tage. Die Ursache für die ungewohnte Sortierung liegt in dem spezifischen Blickwinkel – nämlich der Geschlechtergerechtigkeit, der mit dem Gender-Index zum ersten Mal in dieser Konsequenz bestritten wird.
Besonders wichtig sind im Zusammenhang mit der Interpretation und dem daraus abzuleitenden Handlungsbedarf weitere statistische Informationen zum Kreis. Lesen Sie dazu auch: