Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
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Hilfetext zur Karte

Die Karte ist die räumliche Visualisierung des Gender-Index, der Vergleichsmaßzahl für die Gleichstellung in und zwischen den Regionen. Je dunkler rot ein Stadt- oder Landkreis in der Karte eingefärbt ist, desto größer sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in diesem Kreis, je heller rot die Färbung, desto geringer sind die Unterschiede.

Geschlechterunterschiede im Gender-Index meint: die durchschnittliche Abweichung der Ausprägung von Frauen und Männern, ausgedrückt in %.

Formel Gender-Index

Beginnend mit unter 5% als annähernd keine Geschlechterunterschiede erfolgt die Klasseneinteilung in 5%-Schritten bis zur Klasse 30% und höhere Geschlechterdifferenzen. Zurzeit, Beobachtungsjahr 2006, liegen für alle Kreise die Differenzen zwischen Frauen und Männer über 10%, die beiden untersten Klassen sind also (noch) nicht vertreten. Da der Gender-Index jährlich aktualisiert wird, sind die Klassen bereits mit der Perspektive auf sinkende Geschlechterdifferenzen angelegt, um das kontinuierliche Beobachten der Entwicklung leichter zu verfolgen.

Hilfetext zu den Profilen

Anhand der Gender-Index-Karte haben Sie einen ersten Eindruck gewonnen, wie sich Ihr Kreis im Hinblick auf Geschlechterunterschiede im Vergleich zu den anderen Kreisen der Bundesrepublik einordnet. Sie haben erkannt, dass es in Ihrem Kreis einen mehr oder weniger großen Geschlechterunterschied gibt, im Durchschnitt betrachtet. Sie möchten nun genauer wissen, in welchem Bereich diese Unterschiede besonders stark ausgeprägt sind und ob sich eine Benachteiligungen eher auf Frauen oder eher auf Männer auswirkt. Dazu dienen Ihnen die Gender-Index-Profile, die sich durch Anklicken der interaktiven Karte oder durch Auswahl des Kreises aus der alphabetischen Liste erzeugen lassen.

Jedes Profil besteht aus zwei Seiten. Die Struktur der Profilblätter ist für alle Kreise gleich. Die Profile können ausgedruckt oder als PDF-Datei herunter geladen werden.

Seite 1: Profil als Balkendiagramm

Das Balkendiagramm zeigt Ihnen in kompakter Form Ausmaß und Richtung der Geschlechterunterschiede. Untereinander angeordnet sind die 19 in den Index eingegangenen Einzelindikatoren, gegliedert nach Bereichen.

Die Länge der Balken verdeutlicht das Ausmaß der Geschlechterunterschiede. Je länger die Balken in die eine oder andere Richtung weisen, desto größer sind die Geschlechterunterschiede, wobei eine Abweichung um 100% maximale Ungleichheit bedeutet. Sehr kurze Balken bzw. Abweichungen nahe Null stehen für Chancengleichheit. Optisch unterstützt wird die Schwere der Ungleichheit der Geschlechter durch die stärker werdende Schattierung des Hintergrundes in Richtung Außenränder.

Die einzelnen relativen Abweichungen werden gebildet nach der Formel:

Formel für den Gender-Index: GI=100*(indf-indm)/(indf+indm)

Im Gegensatz zur Karte mit dem Gesamtindex zeigen Ihnen die Balkendiagramme auch die Richtung der eventuellen Benachteiligung für die Geschlechter an: Ergibt sich für eine relative Geschlechterdifferenz ein positiver Wert – ist also der Indikatorwert der Frauen größer als der für Männer - zeigt der Balken nach rechts, ist blau gezeichnet und verweist somit auf einen für Männer ungünstigeren Indikator. Ergibt sich ein negativer Wert dadurch, dass der Indikatorwert der Männer größer ist als der der Frauen und damit die Differenz negativ, zeigt der Balken nach links, ist rot eingefärbt und verweist auf einen für Frauen ungünstigeren Indikator.

Dies ist zunächst die theoretische, rein zahlentechnische Richtung. Aber Achtung: für eine gleichgerichtete und gleichmäßige Interpretation der Geschlechterunterschiede im Sinne von „zu Ungunsten“ von Frauen oder Männern müssen die Indikatoren bereits zuvor eine gleichgerichtete Interpretationsrichtung aufweisen, etwa in dem Sinne von „hoher Indikatorwert = gute regionale Voraussetzungen“. Dies ist jedoch für einige Indikatoren mitnichten der Fall. Hohe Arbeitslosenquote bedeutet schlechter Arbeitsmarkt und damit keinesfalls gute sondern schlechte regionale Voraussetzungen. Daher werden für alle die Indikatoren, bei denen hohe Werte schlechte Voraussetzungen indizieren, die Differenzen gedreht (rechentechnisch: mit -1 multipliziert), so dass die Geschlechterdifferenzen direkt in die beabsichtigte Richtung an Hand der Farben und der Orientierung nach rechts bzw. links bewertet werden können , ohne jedes Mal diese Interpretationsschwierigkeit im Kopf denken zu müssen.

Folgende Indikatoren wurden gedreht:

Ein Beispiel:

In einem Kreis beträgt der Indikatorwert für die Schulabgänger mit Hochschulreife bei den Frauen 6.0 und bei den Männern 5.0. Aus diesen Werten wird eine positive relative Geschlechterdifferenz berechnet, denn der Wert der Frauen ist höher als der Wert der Männer. Der höhere Wert der Frauen kann inhaltlich als der bessere Wert bzw. der niedrigere Wert der Männer als der schlechtere Wert interpretiert werden. Für das Balkendiagramm ergibt sich ein blauer Balken nach rechts, der auf eine Indikatorausprägung zuungunsten der Männer verweist.

Im gleichen Kreis beträgt der Indikatorwert für die Schulabgänger ohne Schulabschluss bei den Frauen 0.7 und bei den Männern 1.0. Aus diesen Werten wird zunächst eine negative relative Geschlechterdifferenz berechnet, denn der Wert der Frauen ist niedriger als der Wert der Männer. Hier ist jedoch eine niedrige Ausprägung des Indikators als positiv zu bewerten. Deshalb wird eine Gleichrichtung der Indikatoren vorgenommen, d.h. die relative Geschlechterdifferenz wird mit -1 multipliziert. In der Folge ergeben sich ein positiver Wert, ein nach rechts gerichteter blauer Balken und damit wiederum ein Hinweis auf eine Benachteiligung der Männer.

Unter der Überschrift Ihres Kreises können Sie den konkreten Wert des Gender-Index ablesen, also den durchschnittlichen Geschlechterunterschied aller 19 Indikatoren, ohne dass der Unterscheidung zu Ungunsten der Frauen oder der Männer hier berücksichtigt wird. Je höher der Wert, desto weiter liegen Frauen und Männer durchschnittlich in ihren Chancen auseinander.

Informieren Sie sich auch hier:

>> Was ist der Index?
>> Rankinglisten

Seite 2: Tabelle

Wenn Sie die konkreten Ausprägungen der Indikatoren in Ihrem Kreis wissen möchten, dann schalten Sie auf die Seite 2 bzw. die Tabelle. Für Ihren Kreis sind die Ausprägungen aller 19 Indikatoren jeweils für Frauen und Männer aufgelistet. Und für die bessere Einordnung Ihrer Kreissituation wurden die entsprechenden Indikatorausprägungen für die Bundesrepublik Deutschland danebengestellt.

Für vertiefende Erläuterungen zu den Einzelindikatoren und spezifischer statistischer Besonderheiten lesen Sie bitte unter

>> Was ist der Index > Auswahl der Indikatoren
>> Karten

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